Dispokredite und ihr Tücken
Im Normalfall wird für Konten mit regelmäßigem Geldeingang automatisch ein solcher Überziehungsrahmen eingeräumt. Der Dispokredit ist zur Überbrückung kurzfristiger finanzieller Engpässe geeignet, für längerfristige Finanzierungen sollte er nicht in Anspruch genommen werden. Dagegen sprechen im Wesentliche zwei Argumente: Erstens ist der Dispokredit mit Zinsen von weit über zehn Prozent deutlich teurer als ein Ratenkredit, zweitens kann der Dispokredit jederzeit von der Bank gekündigt werden, wodurch ausstehende Beträge sofort fällig werden.
Die gesetzliche Kündigungsfrist beträgt 30 Tage, allerdings ist in speziellen Fällen auch eine fristlose Kündigung möglich. Der Dispokredit wird üblicherweise fristlos gekündigt, wenn beispielsweise eine Kontopfändung erfolgt oder ein Privatinsolvenzverfahren eröffnet wird.
Langfristige überzogene Girokonten sollten daher möglichst durch Umschuldung auf einen Ratenkredit ausgeglichen werden.
Dispokredit - flexibel aber teuer
Ein Kreditvergleich liefert in solchen Fällen zahlreiche Angebote zu erheblich besseren Konditionen. Ein weiterer Vorteil einer solchen Umschuldung liegt in der erhöhten Planungssicherheit, da der Zinssatz von Ratenkrediten über die gesamte Laufzeit festgeschrieben ist, während die Zinsen für den Dispokredit variabel sind.
Die hohen Zinssätze für einen Dispokredit werden sowohl von Verbraucherschützern als auch von einigen politischen Parteien kritisiert. Bisweilen wird eine Begrenzung der Zinsen für einen Dispokredit gefordert. Die Banken verweisen im Gegenzug darauf, dass der Dispokredit ohne Prüfung der Bonität eingeräumt werde und daher die hohen Risikozuschläge gerechtfertigt seien.


